Teil 14D – Copacabana, Entführungen und Arnold Schwarzengger

Ich sollte mit einer Erklärung anfangen, da ich seit fast zwei Jahren meinen Blog nicht mehr aktualisiert habe. Der Hauptgrund zum Wiederbeginn meines Blogs ist, dass ich mein nächstes und letzes Semester in Brasilien verbringe.

My new home in January?

Mein neues Zuhause im Januar?

Ursprünglich hatte ich ein Angebot, einen Austausch in Österreich zu machen. Österreich, ein Land, in dem das Gefährlichste, das einem passieren könnte, würde die Größe Arnold Schwarzeneggers in Frage zu stellen. Oder nach Schottland mit einem österreichischen Akzent zurückzukehren, der meine deutsche Freundin anregen würde, mich in die Fresse zu hauen, jedes Mal, wenn wir uns auf Deutsch unterhalten (In der Annahme, dass sie nicht schon das Lust darauf hat, mich in die Fresse zu hauen, unabhängig von Akzent und Sprache). Stattdessen habe ich ein Stück der friedvollen, bilderreichen, alpinen Europa gegen Brasilien getauscht. Ein Land mit seiner eigenen Wikipedia Seite wegen seiner Kriminalität. Dieser Eindruck wurde bestimmt nicht verbessert von den Medien die die Gewalt und Unruhe während der Fußballweltmeisterschaft mit einer wahnsinnigen, fast perversen, Fröhlichkeit berichtet haben (weil wer gute Nachrichten lesen will?!)

Natürlich gibt es einen einfachen Grund, warum ich die Chance in Österreich zu studieren abgelehnt habe. Im allgemein, für mich wenigstens, je ungünstiger/gefährlicher/verrückter eine Option ist, desto logischer und verlockender kommt es mir vor. Zweifel und ein gesunder Menschenverstand sind im Vergleich eine verspätete Reaktion, nur dienlich und anwesend nach einer getroffenen Entscheidung. Und für genau diesen Grund kann ich kaum erwarten, in Brasilien zu wohnen und dieses einzigartiges Land zu erfahren. Ein zweistelliges Land, das besteht gleichzeitig aus der Schönheit des Amazonas und Copacabana, nebeneinandergestellt mit Crack-Kokain Kriminalität und Armut. Ich werde in entweder Rio de Janeiro, São Paulo oder Belo Horizonte leben. Die Kleinste davon hat immer noch die gleiche Bevölkerungszahl als mein Heimatsland, Schottland.

A map of where I could be living in Brazil

Eine Karte von Brasilien

Davon abgesehen, vorher ich nach Südamerika ziehe, lebe ich schon in einer seltsamen, exotischen Umwelt für einen Schotte… England.

Beziehungsweise, London. Eine Stadt, die ein unabhängiges Land innerhalb des Vereinigten Königreiches ähnelt. Statistisch gesehen, ist London ein Ausreißer für jedes vorstellbares Maß. Heute habe ich gelesen, dass das Durchschnittsmiete in London ist höher als £1.400 (etwa 1.750 ) pro Monate. Im Vergleich dazu, der Rest des UK hat eine Durchschnittsmiete von £650 pro Monate (815 €). Der durchschnittliche Hauspreis in London lautet £400.000 (500.000 €), der Rest des UK: £180.000 (225.000 €).

Allerdings, gibt es einen sehr guten Grund, warum ich solche Statistiken weiß. Ich arbeite derzeit bei der FCA, der Finanziellen Verhaltens Autorität (“The Financial Conduct Authority), die die finanzielle Märkte in UK regelt. Wir könnten uns über meine Arbeit unterhalten aber danach müsste ich euch töten. Aber was ich sagen kann, ist, dass ich in Hypotheksregulierung arbeite. Diese Arbeit ermöglicht mir einen tiefen Einblick in die Leben der Erwachsenen. Du weißt schon, die, denen Zweifel und ein gesunder Menschenverstand eine verspätete Reaktion nicht sind, sondern ein ständiger Begleiter.

Ich muss zugeben, dass ich London ein wenig enttäuschen finde. Ich muss auch bekanntmachen, dass ich kein Bauerntölpel bin, der einfach vermisst, mit seinen Schafen während diejenigen rauen Stunden der nordlichen Dunkelheit zu kuscheln (Anmerkung: Für die, die schottische Stereotypen in- und auswendig nicht kennen, sind der Volk des Nordschottlands berühmt wegen der vermuteten Romantik zwischen ihnen und ihren Farmtieren). Ich habe in Singapur, Berlin und Glasgow gelebt und ich kann ohne Zweifel sagen, dass London mir aus dieser auserlesenen Auswahl wenigstens gefällt. Singapur ist genauso teuer wie London aber wenigstens ist Singapur ein feuchter Traum für die mit einer Zwangstörung oder die, die sich nach Ordnung sehnt. Berlin ist viel billiger, einladend und gesegnet mit einer wunderbaren Verrückheit. Deshalb kann ich zweifellos sagen, dass Berlin meine Allerliebstestadt ist.

Canary Wharf - Where I'm currently working

Canary Wharf – Wo ich arbeite gerade

Die einzige einzigartige Eigenschaft London ist seine Aura der Macht. Ich arbeite gegenwärtig bei Canary Wharf und deshalb gleich neben allen den Bankern, die ihr vielleicht in Fernseher geshen habt. Du weißt schon, jene böse Typen, die das kleine finanzielle Armageddon verursacht haben. Im Vergleich zu meinem normalen Leben als vermögenslosem Student ist dieser Kontrast sehr deutlich. Einen Anzug jeden Tag zur Arbeiten zu tragen, ist meinem Körper genauso ein widernatürlicher Neuaufnahme als Flüge oder ein zweiter Kopf, der beharrt darauf, als Hugo angeredet zu werden. Wenn ich die Umwelt Canary Wharf mit einer Erfahrung zusammenfassen müsste, wäre es folgendes. Ich stand in einer Schlange vorm Geldautomat und ich sah den Kontensaldo des Typs vor mir. Er war höher als der Wert des Hauses meiner Eltern.

Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit und schließe ab mit ein bisschen Portugiesisch, das ich gelernt habe.

Por favor, não me raptem!” – Bitte, entführt mich nicht!

Wie ihr seht, ich bin vorbereitet.

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Part 14 – Copacabana, Kidnapping and Arnold Schwarzenegger

I feel that a preface is necessary, since it is now almost two years since my last update. The primary inspiration for the renewal of my blog is that I will spending my next semester in Brazil.

Originally, I had an ERASMUS exchange set up in Austria for my last semester. Austria, a country where the most dangerous thing that could happen would be questioning the greatness of Arnold Schwarzenegger. Or returning to Scotland with an Austrian accent, that would make my German girlfriend want to punch me in the face every time I spoke with her in German (assuming that she doesn’t already want to punch me in the face, irrespective of accent or language). Instead, I swapped a piece of tranquil, picturesque, Alpine Europe for Brazil. A country with its dedicated own crime article on Wikipedia. This impression has hardly been helped by the frenzied coverage during the World Cup, with seemingly every cross section of Brazilian society seeming to decide that a few good riots were exactly the right ingredient to spice up the World Cup.

My new home in January?

My new home in January?

Of course, there is a simple reason I chose to forsake Austria for Brazil. Generally, for myself at least, the more awkward/dangerous/downright crazy an option is the more attractive and logical it seems at the time. Doubts and common sense seem to be a delayed function of time in comparison, useful and present only after a decision has been made. And for exactly these reasons can I not wait to go to Brazil. A land of binary states: the beauty of the Amazon and Copacabana beach, juxtaposed with crack cocaine caused crime and poverty. I will be living in Rio de Janeiro, São Paulo or Belo Horizonte, the smallest city of which, Belo Horizonte, still has a population that exceeds that of my homeland, Scotland.

A map of where I could be living in Brazil

A map of where I could be living in Brazil

However, before I head to South America, I’ve been living somewhere even stranger for a Scotsman…England

More specifically, London. A city which, in truth, is not dissimilar to an independent country within the UK. On about every conceivable economic statistic London is a massive outlier. Today I read that the average rent in London is over £1400 a month. The rest of the UK is £650 a month. The average house price in London is approximately £400,000, compared to £180,000 for the rest of the United Kingdom.

There is, of course, a very good reason that I know these statistics. I’m currently working at the Financial Conduct Authority, which is the regulatory agency for the financial sector in the United Kingdom. I could talk more about my work, but then they’d probably have to kill me. What I can say is that I’m working within mortgage regulation, giving me a horrifying insight into the lives of grown up problems. Y’know, those people for whom doubts and common sense is not a delayed function of time, but a constant companion.

I must say that I’ve found London to be disappointing. Now, I’m not some country bumpkin from the north of Scotland who’s missing his croft and cuddling up to his beloved sheep during those harsh hours of northern darkness. I’ve lived in Singapore, Berlin and Glasgow and I can, without a doubt, say London is my least favourite of this exquisite selection. Singapore is as expensive, but at least is a wet dream for anyone who has OCD or craves organisation, while Berlin is infinitely cheaper, more welcoming and blessed with a unique sense of craziness that simply makes it my favourite city.

The one unique attribute from the selection that London possesses is its sense of power. Since I’m working at Canary Wharf, I’ve been working in the same place as all those nasty bankers you’ve been hearing about. Y’know, those guys that caused that little financial Armageddon that you may have appeared on the news once or twice… Compared to my normal life as a penniless student, this contrast is rather marked and bizarre. Going to work in a suit everyday feels about as unnatural an addition to my body as that of wings or a second head who insists on being addressed as Hugo. I think the one experience that I’ve had that sums this up, was when I was waiting in line for the cash machine outside work. The guy in front of me’s bank balance was more than the worth of my parents’ house.

Canary Wharf - Where I'm currently working

Canary Wharf – Where I’m currently working

Anyway, I’ll leave this here for a first effort at restarting my blog, and leave you with some Portuguese that I’ve been learning

Por favor, não me raptem!” – Please don’t kidnap me!

As you can see, I’m well prepared.

[DAS ENDE]